Artikel aus Augsburger Allgemeine (Lokales Wertingen) vom 24.7.2013

AUSSTELLUNG

Künstlerin erklärt ihre eigene Bildsprache

Nicola Klemz führte durch Symbolismus und Surrealismus

Von Bärbel Schoen

Die Donauwörther Künstlerin Nicola Klemz erklärte ihre Bilder in der Gemeinschaftspraxis in Buttenwiesen.

Buttenwiesen  Es gibt Menschen, die tragen ihr Leben lang Leichtes schwer und andere, die tragen Schweres leicht - symbolisiert im Bild 91, "Lebenswege". Nicola Klemz führte jüngst durch ihre Ausstellung, die derzeit in der Gemeinschaftspraxis von Dr. Kurt Michl in Buttenwiesen zu sehen ist. Zwei Dutzend Besucher waren gekommen, um sich von der Künstlerin persönlich in eine fantastische Welt des Unterbewussten führen zu lassen.

Dabei ging sie, wie sie selbst sagte, das erste Mal chronologisch vor, von ersten Kinderzeichnungen bis hin zu aktuellen Arbeiten. Die Liebe für Surrealismus entdeckte die Künstlerin im Alter von neun Jahren. Damals traf sie bei einem Familienbesuch in Wien mit dem Maler Ernst Fuchs zusammen, dem Begründer der Wiener Schule des Fantastischen Realismus. "Die zweite Initialzündung war die Begegnung mit Bildern von Hieronymus Bosch", erzählte Klemz.

Ihr erstes Ölbild entstand nach einem Vorbild des Wegbereiters des Surrealismus, Henri Rousseau, "aber noch ganz stumpf in den Farben". Glücklicherweise habe sie an der Nürnberger Kunstakademie in einer speziellen Malerwerkstatt viele Techniken kennengelernt und erproben können, wie Farben zum Leuchten gebracht werden können und wie räumliche Tiefe entstehen kann.

Den Durchbruch für ihre eigene Bildsprache erlebt sie mit der Erprobung der Lithografie. Klemz: "Mich begeisterte dabei, dass Zufallsstrukturen entstanden." Dies habe sie fortan auf ihre Malerei angewandt. Sie experimentiert wie Max Ernst mit der Technik der Décalcomanie, einer Abziehtechnik, bei der Farben von einer Glasplatte oder Folie auf den Malgrund gedrückt werden, wodurch eine Vielzahl organisch anmutender Strukturen entsteht. In einem oft über Monate andauernden Malprozess entwickelt sie spontan neue Ideen und fügt Bildfragmente zu einem Gesamtbild zusammen. Wie beim Blick in den Himmel und in die Wolkengebilde lässt sich die Künstlerin vom Unterbewussten führen.

Fantasievolle Assoziationen beim Betrachten einer Farbstruktur

Die Bildinhalte entstehen erst während des Malens durch fantasievolle Assoziationen beim Betrachten einer abstrakten Farbstruktur. Viele Werke von Nicola Klemz sind im Stil des Symbolismus entstanden: Der Narr, der die Waagschale hält und das Thema Gerechtigkeit widerspiegelt.

"Ich male, weil ich nicht Theater spiele", sagt die 59-Jährige zum Schluss ihrer Führung. Sie inszeniert die Dramen ihrer ungeduldigen Seele in ihren Bildern.